Bremsanlage

Hallo, bitte lest alle das Thema Alles neu macht der Mai mit wichtigen Infos zur neuen Forensoftware - danke!
  • Die Bremsanlage meiner kürzlich erstandenen CBR 1000 bereitet mir etwas Stirnrunzeln. Eventuell ist das nur ein subjektiver Eindruck, mir fehlt leider ein direkter Vergleich. Ich versuche mal zu erklären was ich meine.



    Problembeschreibung, wobei ich zwischen vorne und hinten differenziere:



    Vorne:



    Bremsleistung medium. Dosierbarkeit eher schlecht.
    Bei sanftem Zug am Hebel passiert nicht viel. Mit mehr Handkraft packt sie einigermaßen zu. Dazwischen gibt es eigentlich nichts.



    Hinten:



    Bremsleistung schwach. Selbst beim Rangieren oder Schritttempo-Anfahrt an eine rote Ampel ist das Moped alleine mit der Hinterradbremse kaum zum Stehen zu bringen.



    Allgemein: Im kalten Zustand sind die Bremsen besser. Nach einigen Kilometern lässt die Leistung nach.



    Bestandsaufnahme:



    Vorne:



    - Bremsbeläge nach Augenschein noch über Verschleißgrenze
    - Bremsflüssigkeit hell und Pegel nach Schauglas auf Max. bzw. voll
    - Bremsscheiben mit Mikrometer vermessen jeweils 5 mm.
    - Bremsleitungen Stahlflex



    Hinten:



    - Bremsbeläge nach Augenschein noch über Verschleißgrenze
    - Bremsflüssigkeit hell und Pegel nach Schauglas knapp über Minimum
    - Bremsscheibe mit Mikrometer vermessen 6 mm.
    - Bremsleitungen original Honda


    Kann das jemand nachvollziehen? Eventuell Verglasung der Beläge?

  • Kann mehrere Ursachen haben.
    - schwergängige Kolben
    Die können je nach Korrosionsstellen auch nur in einem Bereich schwergängig sein, so dass sie sich z.B. nur im hinteren Bereich schwer bewegen lassen. Den Fall hatte ich auch einmal. Nach Belagtausch auf frische Beläge trat das Problem auf.
    - Luft in einer oder mehreren Leitungen
    Hat der Vorbesitzer die Stahlflex selber installiert und dann falsch entlüftet?
    - falsches und nicht zusammenpassendes Material
    Mit Scheiben von ECB und Lucas Sinterbelägen habe ich üble Erfahrungen gemacht.
    - Verschleiss beweglicher Teile in allen Komponenten der Bremse. Handhebelarmatur, Fusshebelarmatur,etc.
    Gibt dafür Reparatursätze.Kann dir vielleicht noch Preise vom vorletzten Jahr nennen.


    Dein Problem klingt nach schwergängigen Kolben. Bremse löst nicht völlig, wird heiss, Bremsleistung lässt nach.

  • Servus Ralf



    Das meisste hat Hartmut schon geschrieben.
    Unbedingt auch noch die Gleitstifte der Schwimmsättel kontrollieren !
    ist der innere und äussere Bremsbelag unterschiedlich dick sind die Schwimmsättel fest
    Würde zu Deiner Fehlerbeschreibung passen...

  • Danke für die wertvollen Hinweise!


    Werde mit dem Tausch der hinteren Bremsbeläge beginnen und mich dann schrittweise vorarbeiten.
    Luft im System schließe ich erst mal aus, pumpen muss ich jedenfalls nicht und mehrmaliges Betätigen bringt auch nichts.


    Was die Scheiben angeht (ECB?), gehe ich davon aus, dass es die Original Honda-Scheiben sind. Bei einer Laufleistung von ca. 64.000 km glaube ich eher nicht, dass schon neue Scheiben verbaut wurden. Optisch entsprechen sie auch dem Original.
    Sind die Lucas Beläge ok? Ich würde eher nicht die Sintermetall nehmen, sondern die organischen. Liege ich da falsch? Gibt es besseres?


    Leider habe ich vom Vorbesitzer keine Unterlagen zum Wartungsstand. Werde mir also die Mühe machen müssen in allen technischen Belangen einen Neustart hinzulegen. Tja, wofür ist eine Winterpause auch sonst gut, haha!

  • Wenn nur irgendwo Luftblasen sich befinden, muss auch nicht gepumpt werden.
    Wenn ich selbst den Bremsflüssigkeitswechsel gemacht hatte, habe ich immer in der Werke nochmal entlüften lassen. War immer ein Unterschied. Mit den üblichen Heimwerkermitteln bekommt man das nicht so schön hin.
    Mach' gleich Nägel mit Köpfen und bau' den Bremssattel ab und überhole ihn. Dann bist du wahrscheinlich am schnellsten fertig. Das ist überhaupt kein Akt und kann eigentlich jeder selber. Vielleicht habe ich noch irgendwo Bilder von meiner Überholung.
    Heisst natürlich EBC und nicht ECB und es waren die Nirosta-Scheiben. Nach 2500km mit Lucas-Sinter waren die runter!!!

  • Wenn nur irgendwo Luftblasen sich befinden, muss auch nicht gepumpt werden.
    Wenn ich selbst den Bremsflüssigkeitswechsel gemacht hatte, habe ich immer in der Werke nochmal entlüften lassen. War immer ein Unterschied. Mit den üblichen Heimwerkermitteln bekommt man das nicht so schön hin.
    Mach' gleich Nägel mit Köpfen und bau' den Bremssattel ab und überhole ihn. Dann bist du wahrscheinlich am schnellsten fertig. Das ist überhaupt kein Akt und kann eigentlich jeder selber. Vielleicht habe ich noch irgendwo Bilder von meiner Überholung.
    Heisst natürlich EBC und nicht ECB und es waren die Nirosta-Scheiben. Nach 2500km mit Lucas-Sinter waren die runter!!!

    Bingo! Über die Fotos würde ich mich freuen.

  • also ich würde erstmal testen, ob die bremsen heiß sind, wenn du normal fährst und kaum gebremst hast. dann klemmt der Kolben. und da du die Maschine gebraucht gekauft hast, würde ich mal die bremse entlüften. neue Bremsflüssigkeit und keine Luft in der Leitung wirkt Wunder.
    Gruß
    hansibo

  • Wenn ich das Motorrad schiebe oder das Hinterrad von Hand drehe, schleift da nichts. Würde ein Kolben klemmen, müsste die Bremse doch schleifen, oder?


    Das mit der Luft kann schon sein. Die hinteren Beläge werde ich auf jeden Fall erneuern und alle Hydraulikflüssigkeiten ebenfalls. Das Entlüften scheint ja etwas schwierig zu sein. Handwerklich bin ich zwar nicht ganz blöd, aber vielleicht überlasse ich das doch mal einem Profi. Dann habe ich einen sauberen Stand und kann zumindest eigene handwerkliche Fehler ausschließen!


    Danke an alle!

  • na das entlüften bzw. der wechsel der bremsflüssigkeit ist auch alleine zu bewerkstelligen.
    besser sind aber 2 leute.
    oder du holst dir eine abzugspumpe. das geht auch alleine.
    ich habe das immer mit pumpen und ringschlüssel gemacht.
    ging alles und ist keine hexerei.


    gruß
    hansibo

  • Nein, erst den Vorrratsbehälter leeren und dann die neue Bremsflüssigkeit mit der Spritze von unten nach oben langsam! durchdrücken. Und natürlich immer wieder den Vorratsbehälter leeren.

  • hm das muss ich mal probieren ich hab sonst immer erst den behälter geleert neue flüssigkeit rein und dann nippel auf, hebel ziehen, nippel zu, hebel loslasse, nippel auf, hebel ziehen, usw. Dauert zwar aber hat bis jetzt immer gefunzt. :grinreihe:

  • Das herkömmliche Verfahren mit Nippel auf und zu und Bremshebel etätigen funzt natürlich auch. Aber gerade beim Wechsel der Bremsleitungen von Gummi auf Stahlflex wird man schnell merken, geht so nicht. Deswegen mache ich es mit der Spritze von unten nach oben. Damit bekommt man die Luft vollständig aus der Anlage.

  • ..... Aber gerade beim Wechsel der Bremsleitungen von Gummi auf Stahlflex wird man schnell merken, geht so nicht. Deswegen mache ich es mit der Spritze von unten nach oben. Damit bekommt man die Luft vollständig aus der Anlage.

    Da gebe ich dir Recht. Ich sauge mit Vakuum unten ab, was auch anständig funktioniert. Beim Wechsel auf Stahlflex kann dich aber dieses Vorgehen in den Wahnsinn treiben! Da ich die Schnauze voll hatte, hab ich darüber geschlafen und siehe da: Am nächsten Tag waren die Luftblasen nach oben gewandert und ich konnte die Aktion mit Erfolg abschließen. Ach ja: Handschuhe tragen.... :pfeif:


    Da ich es noch nicht versucht habe: Durch den Druck aus der Spritze, geht da nicht immer der Schlauch am Nippel ab oder hast den irgendwie gesichert?

    Es grüßt der Wolfgang der gar nicht Mayer heißt... :P

  • Mal ne ganz dumme Anfänger-Schrauber-Frage: Vorderrad ausgebaut wegen Reifenwechsel. Eine der Schraubenköpfe am rechten Bremssattel ist quasi *rund*. Ausbau des Rad ging trotzdem. Aber für den Einbau dürfte das unangenehm werden. Habe jetzt mal von allen Seiten Rostlöser aufgesprüht und lasse den mal 24 Stunden wirken. Wenn das nicht hilft, was dann?


    Ich würde die vier Schrauben gerne durch neue ersetzen. Sollte M8 sein. Schlüsselweite ist normalerweise 13. Bei den Japanern aber 12. Sollte bei den Bremssätteln kein Problem mit 13er Köpfen sein. Aber wenn man unbedingt M8 Schrauben mit 12er Köpfen braucht, wo bekommt man die?

  • Nein die originalen sind weich und teuer.Baumarkt ist nicht zu empfehlen
    Es sollten Schrauben sein welche mindestens eine Güte von 8.8 haben

    Das würde ich nicht ohne weiteres so stehen lassen. Wenn die Schrauben zu fest sind, leidet möglicherweise das Material, in das die Schraube drückt - der Bremssattel... Die Auslegung der Materialkombinationen muss ja passen. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass Honda weichere Schrauben nimmt, wenn die Festigkeit dadurch gefährdet würde...


    Teuer unterschreibe ich ;)

    Gruß


    Morg


    --

    Kann Spuren von persönlichen Meinungen, Sarkasmus und Erdnüssen enthalten. Ausdrucke nicht für den Verzehr geeignet. Ungelesen mindestens haltbar bis: siehe Rückseite.

  • @Morg, genau!
    Und teuer, ich habe sie 'schon' einmal (vorsorglich) ersetzt vor etwa zehn jahre an ein motorrad das jetzt 32 jahre alt ist....was kann das kosten pro jahr? :-D

  • moin,
    das anzugsmoment für die bremssattelbefestigungsschrauben gibt honda mit 27Nm an.
    in der handbremspumpe wirkt silikonfett oft wunder. ebenso in der fußbremspumpe. sehr feinfühlig. für die beläge gibt honda sintermetallbeläge an.

  • Anfänger-Schrauber-Frage # 2:


    Originalschrauben von Honda kann man noch bekommen: https://www.bike-parts-honda.d…L/13MS2L41/F__1000/2/2366



    Ist-Zustand: Vorderread ist raus. Rechter Bremsattel ließ sich nicht demontieren, da ein Schraubenkopf rund ist. Ergebnis: Die Bremsbeläge hängen jetzt am Haltestift runter da die Halte-Feder nicht mehr in der richtigen Position ist. Vermutlich eine Folge der etwas unsanften Demontage des Vorderrads. Die Haltefeder kann ich zwar wieder reindrücken, sie hält sich aber nicht selbst. Normal oder brauche ich eine neue Feder?